preview // Relaunch: 01.11.2026 // kontakt@galeriepanoptikum.at
WEINPRESSHAUS als neuer „offspace“
E:MU, 2026
Bild: 2026 – offspace | galerie panoptikum., Ketzelsdorf (Poysdorf), NÖ (AT)
> Weinpresshaus als neuer Offspace:
Die standorttechnische Verschiebung in das Weinviertel markiert die phänomenologische Neuausrichtung der Galerie. Ein historisches Weinpresshaus wurde in einem andauernden, dreijährigen Prozess durch notwendige strukturelle Eingriffe adaptiert. Die radikale räumliche Isolation in der geografischen Peripherie fungiert dabei nicht als Defizit, sondern als bewusste konzeptuelle Abgrenzung.
Architektonisch erinnert das Gebäude an die rohe Materialität des ursprünglichen Fotostudios in Gilgenberg: Kalt, verlassen & unauffindbar.
Zusätzlich verweigert es sich dem wärmegedämmten White Cube und zitiert die kühle, reduzierte Ästhetik eines Raumes, der sich durch den Entzug von Lärm und optischer Ablenkung besonders auszeichnet.
Erweitert wird die Struktur durch ein unterirdisches Volumen: Eine Kellerröhre unterhält als geschlossenes bioklimatisches System konstante Parameter von 12 °C bei 75 % relativer Luftfeuchtigkeit. Die finale kuratorische oder installative Bespielung dieses subterranen Hohlraums bleibt vorerst vakant, bis uns etwas einfällt.
SCHLACHTHAUS
E:MU, 2019
Bild: 2019 – FOTOSTUDIO 5133, Gilgenberg a.W. (OÖ)
Eine Hommage an mein kaltes und dunkles Fotostudio. Ein extremes Gegenteil zu den vielen üblichen Anderen. Wer ein beheiztes, sauberes und weißes Studio mit großen Fenstern und einer „chilligen“ Couch bei Zimmertemperatur erwartet, der wird hier eines Besseren belehrt. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall: Ein kalter, dunkler und dreckiger Raum mit Temperaturen um 10°C erwartet Euch. Hier in dieser Kälte entstand auch die Idee einer offspace Galerie.
Das Studio bestand aus zwei Räumen. Der erste kleinere Raum wurde als Lager und Dunkelkammer genutzt. Der zweite große Raum war das eigentliche Studio mit 50 qm². Die Studiohöhe betrug um die 4,5 Meter. Die Fotowand wie auch die Bodenfläche waren jeweils 4×4 (LxH/B) Meter. Die Schlachthauswände waren mit schwerem schwarzen Molton abgehängt – einerseits wegen der Optik und andererseits der Kälte wegen. Schon beim Reingehen überkam einen das Gefühl, man tauchte von der realen Welt in eine kleine versteckte fast schon imaginäre und in sich geschlossene Realität ein. Kein Lärm, keine Ablenkung, kein Licht – wenig drang von draußen rein. Drinnen stehend kam man sich wie auf der Bühne eines verlassenen Theaters vor.
Der Boden war zerkratzt, dreckig und schwarz bemalt. Irgendwo stand eine alte verstaubte Couch herum, ein Holzofen und eine uralte Anlage für den Sound. Das war’s! Keine sonstigen Gegenstände oder modernen Mittel der Kommunikation. Ein leerer, kalter und analoger Raum.
Man würde gern eine Zeit lang hier verweilen. Aber schon beim Eintreten in das Studio wurde einem klar, dass längere Aufenthaltszeiten nur bedingt möglich waren. Die Kälte war einmalig. Als würde der Tod selbst einen begrüßen. Tatsächlich war dieses Gebäude vormals ein Schlachthaus. Ich dachte immer, das Studio müsse unbedingt so bleiben! Auch wenn die Umgebung lebensfeindlich schien, entstanden hier viele faszinierende künstlerische Arbeiten. Mehr als zehn Jahre meines Lebens hab ich dort verbracht – Tag und Nacht!
OFFSPACE STUDIO 5133
Ruderstallgassen 4, A-5133 Gilgenberg (OÖ)
Austria
DIE MATERIALITÄT DER IDEE
E:MU, 2017
Bild: Umbau 2017 (fast fertig): offspace | galerie panoptikum., Gilgenberg a.W. (OÖ)
Ihr möchtet wissen, was hinter den Kulissen passiert? Nun gut: Die letzten vier Jahre waren kein Pappenstiel. Wir haben viele Arbeiten erledigt und das komplette Erdgeschoss von Grund auf erneuert inkl. neuer Fußbodenheizung, Boden, Decken, Wände, Türen, neue Wasserleitungen, neue Bar / Theke, Toiletten – und noch Einiges mehr. Die letzten Jahre waren gekennzeichnet von viel Arbeit und noch mehr Schweiß.
Angefangen hat alles mit meiner Idee eine offspace Galerie für Fotografie aufzubauen. Um eine offspace Galerie zu betreiben, musste ich allerdings die richtige Umgebung dafür schaffen. Also beschloß ich das Erdgeschoss von Grund auf neu zu machen. Mein Plan sah daher im ersten Schritt vor, den alten Boden rauszustemmen. Da ich generell nichts gegen ein wenig Arbeit einzuwenden habe und auch nichts Sinnvolleres im Sinn hatte, dachte ich mir, ich fange einfach mal an. Zwischenzeitlich kam das eine oder andere Mal etwas aus der „Puste“, da ich alles selber gemacht habe!
Die Vorstellungskraft ist unbegrenzt. Sie motiviert, sie treibt an – sie ist das Elixier des Handelns. Keine Mühen sind zu groß. Keine Arbeit ist zu viel. Kein Weg ist zu weit. Alle Widrigkeiten werden beseitigt. Unermüdlich wird gearbeitet – vorgestern, gestern, heute, morgen, übermorgen und hier. Die Idee lebt und wächst – genährt von einer unvorstellbaren inneren Befriedigung. Eine Zufriedenheit stellt sich ein, die angesichts des Vorhabens zu einem Moment des Glücklichseins verpufft und nach mehr verlangt. Mehr Arbeit. Mehr Wegen und noch mehr Widrigkeiten.
Und dennoch: egal wieviel ich machte, die Arbeit schien nicht mehr aufhören zu wollen. (Anm: Die Arbeit hat nach wie vor nicht aufgehört!) Aber nach einiger Zeit sah man erste Veränderungen. Es war immer noch Einiges zu machen, allerdings waren die gröbsten Arbeiten erledigt. Und vor allem es war warm. Die neue Heizung funktionierte perfekt!
Die Idee formte sich zu einem festen Bestandteil meines Lebens und täglichen Schaffens. Die Vorstellungskraft läßt uns simultan eine zukünftige Parallelrealität leben, die sich genährt von der Idee entwickelt. Und kontinuierlich nimmt sie konkretere Formen an, sodaß zwei gleichwertige Realitäten entstehen. Das Leben im Hier und Jetzt. Obsession in ihrer reinsten Form!